Ein Outdoor-Erlebnis für Abenteurer und Naturfreunde
Die Sächsische Schweiz bietet dir nicht nur spektakuläre Wanderwege, sondern auch die Möglichkeit, das Abenteuer des Kletterns hautnah zu erleben. Als Wanderer kannst du dich in dieser einzigartigen Landschaft nicht nur auf das Erklimmen der Felsen freuen, sondern auch auf das Übernachten unter freiem Himmel, das sogenannte Boofen. Doch wie hängen Klettern und Wandern hier zusammen? Lass uns einen Blick darauf werfen.
Die Wurzeln des Kletterns – Handwerker, Burgen und Gipfelstürmer
Klettern hat in der Sächsischen Schweiz eine lange Tradition. Bereits im Mittelalter erklommen Handwerker die imposanten Felsen, um Wehranlagen zu errichten. Heute sind diese Felsen, die einst Burgen wie den Mönch und den Falkenstein trugen, ein Paradies für Kletterer. Seit über 100 Jahren ist das Klettern fester Bestandteil des „Sächsischen Bergsteigens“ und lockt Sportler aus aller Welt in die Region. Historische Aufstiege wie die Besteigung des Falkensteins im Jahr 1864 markieren die Geburtsstunde des modernen Kletterns in dieser Region.
Wanderpfade und Kletterrouten – Verbindende Wege
Wenn du als Wanderer durch die Sächsische Schweiz gehst, kommst du unweigerlich an vielen Kletterfelsen vorbei. Einige der heutigen Wanderpfade sind ehemalige Kletterpfade, die von den ersten Gipfelstürmern genutzt wurden. Diese Verbindungen zwischen Wandern und Klettern machen die Region so besonders. Während du die malerischen Wege erkundest, kannst du Kletterer dabei beobachten, wie sie sich an den steilen Wänden nach oben arbeiten – eine perfekte Symbiose von Sport und Natur.


Boofen – Schlafen unter dem
Sternenhimmel
Für viele Outdoor-Enthusiasten ist das Boofen ein besonderes Highlight in der Sächsischen Schweiz. Dabei schläfst du unter natürlichen Felsüberhängen, sogenannten Boofen, die Kletterer und Wanderer gleichermaßen nutzen. Das Boofen ist eine Tradition, die besonders von Kletterern gepflegt wird, die nach einem langen Tag an den Felsen eine naturnahe und einfache Übernachtungsmöglichkeit suchen.
Es gibt 58 offizielle Boofen, die im Nationalpark erlaubt sind – eine einmalige Möglichkeit, die Nacht inmitten der Felsen zu verbringen und die Natur hautnah zu erleben. Beachte dabei jedoch die Regeln: Zwischen dem 1. Februar und dem 15. Juni ist Boofen zum Schutz der Tierwelt verboten, und an den zugelassenen Plätzen darf weder gezeltet noch Feuer gemacht werden. Hier zählt das Naturerlebnis in seiner reinsten Form!
Die Sächsischen Kletterregeln – Fairness und Naturverbundenheit
Was das Klettern in der Sächsischen Schweiz so besonders macht, sind die Sächsischen Kletterregeln, die seit 1910 gelten. Diese schreiben vor, dass Kletterer nur natürliche Gegebenheiten wie Risse, Zacken und Sanduhren zur Fortbewegung nutzen dürfen. Künstliche Hilfsmittel wie Haken sind tabu. Diese Regeln ermöglichen nicht nur sportlich anspruchsvolles Klettern, sondern tragen auch dazu bei, die empfindlichen Sandsteinfelsen zu schützen.


Ein gemeinsames Abenteuer für Wanderer und Kletterer
Als Wanderer hast du die Möglichkeit, die Welt des Kletterns aus nächster Nähe zu erleben. Viele Kletterrouten sind für dich zugänglich, und auf den Wanderwegen findest du häufig Einstiegspunkte zu den Kletterfelsen. Wer weiß, vielleicht packt auch dich eines Tages der Reiz, selbst einen der berühmten Klettergipfel wie den Falkenstein zu erklimmen? Für viele Kletterer ist es das ultimative Ziel, sich nach dem erfolgreichen Aufstieg ins Gipfelbuch einzutragen, das in einer Metallkapsel auf dem Gipfel aufbewahrt wird.
Sächsische Schweiz – Ein Naturparadies für Outdoor-Fans
Ob du die herrlichen Wanderpfade erkundest, die atemberaubenden Kletterrouten bewunderst oder die Nacht in einer der offiziellen Boofen verbringst – die Sächsische Schweiz bietet dir ein Abenteuer, das du so schnell nicht vergessen wirst. Die Verbindung von Wandern und Klettern, die traditionelle Übernachtung unter Felsen und die enge Verbundenheit mit der Natur machen diese Region zu einem Muss für jeden Outdoor-Enthusiasten.
TIPP: Alternativen zum Boofen in der Sächsischen Schweiz – Die Schutzhütten am Forststeig
Wenn du eine ebenso naturnahe, aber komfortablere Alternative zum Boofen suchst, bietet der Forststeig Elbsandstein eine großartige Option. Entlang des Forststeigs, dem etwa 100 Kilometer langen Fernwanderweg, findest du mehrere einfache Schutzhütten und Biwakplätze, die dir eine geschützte Übernachtungsmöglichkeit inmitten der Natur bieten.
Die Schutzhütten am Forststeig
Diese Hütten, auch als „Trekkerhütten“ bezeichnet, sind ideal für Wanderer, die mehr Schutz suchen als das Freicampen beim Boofen, aber dennoch die Einfachheit und Ruhe der Natur genießen möchten. Sie sind schlicht ausgestattet, bieten einen trockenen Schlafplatz und ermöglichen dir, ohne Zelt unterwegs zu sein. Biwakplätze bieten dir hingegen die Möglichkeit, dein Zelt aufzuschlagen, was in vielen Teilen des Nationalparks nicht erlaubt ist.
Vorteile der Schutzhütten
Anders als beim Boofen bist du in den Schutzhütten vor Wind und Wetter sicher, was gerade bei längeren Touren oder unvorhersehbarem Wetter ideal ist. Die Nutzung dieser Hütten reduziert deinen Einfluss auf die Natur, da sie an festen Standorten liegen. Obwohl die Hütten einfach sind, bieten sie mehr Komfort als eine Nacht unter einem Felsüberhang, besonders bei schlechtem Wetter oder kälteren Temperaturen.

Der FORSTSTEIG im Elbsandsteingebirge ist eine spannende, 105 km lange Trekkingroute, die dich durch die beeindruckende Landschaft der sächsisch-böhmischen Schweiz führt. Die Strecke, aufgeteilt in sieben Etappen, bietet dir Trekkinghütten und Biwakplätze für Übernachtungen inmitten der Natur. Um diese Unterkünfte zu nutzen, benötigst du ein Trekkingticket, das du bequem online erwerben kannst. Zwischen April und Oktober erwartet dich ein abwechslungsreiches Wandererlebnis mit atemberaubenden Felsformationen und Tafelbergen.
Bereite dich gut auf deine Wanderung über den Forststeig vor, beachte dabei auch die aktuelle Wetterlage und mögliche Waldarbeiten!
Weitere Infos findest du hier: www.forststeig.sachsen.de/